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Zerstörung der Lacomaer Teiche durch
Tagebau nicht erforderlich In der Erörterungsversammlung zur geplanten Zerstörung
der Lacomaer Teiche haben die Vertreter der Naturschutzverbände
eine Alternativvariante nachgewiesen, die einen Erhalt der
Teichlandschaft ohne Arbeitsplatzabbau ermöglicht.
Hintergrund: Das Kraftwerk Jänschwalde sollte ursprünglich nur durch die Tagebaue Cottbus-Nord (5-6 Mio t pro Jahr) und Jänschwalde (12-14 Mio t pro Jahr) versorgt werden. Bereits jetzt wird jedoch die vorhandene Kohleverbindungsbahn intensiv genutzt, um auch Kohle aus dem Tagebau Welzow-Süd nach Jänschwalde zu fahren. Die maximale Kapazität der Kohleverbindungsbahn ist heute bereits größer, als die Förderung des Tagebaus Cottbus-Nord. Die Vattenfall-Mitarbeiterzeitung "Terrawatt" machte bereits im April 2004 öffentlich, das der weitere Ausbau der Bahn in Zusammenhang mit der Wiederinbetriebnahme des Tagebaus Reichwalde nach 2010 den Tgb. Cottbus-Nord ersetzen soll. Der Tagebau Reichwalde im sächsischen Teil des Lausitzer Kohlereviers wurde Mitte der 90er Jahre vom Bergbauunternehmen gestundet und steht seitdem in Bereitschaft. Er kann bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit wieder angefahren werden. Die Lacomaer Teiche sind einer der wertvollsten Landschaften in der Cottbuser Region. Auf einer Fläche von ca. 380 ha befindet sich ein überdurchschnittlich vielfältiges Mosaik verschiedener Lebensräume. Mehr als 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind in dem kleinen Gebiet nachgewiesen. So befindet sich hier das größte Vorkommen der unter europäischem Schutz stehenden Rotbauchunke in Brandenburg, sowie ein stabiles Vorkommen des noch strenger geschützten Eremiten-Käfers. Gleichzeitig spielt das Gebiet für die Erholung der Cottbuser Bevölkerung eine große Rolle. Im vergangenen Jahr hatte die Europäische Komission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen den Mitgliedsstaat Deutschland eröffnet, weil das Gebiet trotz eindeutiger Eignung nicht als Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gemeldet worden war. Im Dezember 2003 mußte daraufhin die Brandenburgische Landesregierung die Nachmeldung beschließen. Aufgrund des Vorkommens von prioritär geschützten Arten, muß im Rahmen der Prüfung der geplanten Zerstörung des Gebietes auch die EU-Kommission um Stellungnahme gebeten werden. Der Ort Lacoma wurde bereits vor fünfzehn Jahren größtenteils umgesiedelt, entwickelte sich im Zuge der zwischenzeitlichen Nutzung jedoch zu einer Künstlerdorf. Mit einem Erhalt der Landschaft verbindet der vor Ort tätige Lacoma e.V. die Hoffnung einer dauerhaften Revitalisierung des Ortes als gemeinnütziges Kulturprojekt. zurück zur Archivübersicht |
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